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Der Clown am Meer
HAK-HAS Feldkirch schreibt Schulhausroman

  • © Frauke Kühn
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  • Muhammet Ali Baş
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„Macht die Augen zu und stellt euch einen Clown vor. Hinter dem Clown erstreckt sich das Meer. Rechts von ihm ist ein Kinderspielplatz, links von ihm ein Volleyballplatz. Über dem Clown ist der weite blaue Himmel, die Sonne scheint.“

Eine Minute lang lädt Autor Muhammet Ali Baş die Schülerinnen und Schüler der Klasse 1cs unter der Leitung von Mag. Corinna Moosbrugger MA der HAK-HAS Feldkirch zu diesem Gedankenexperiment ein. Nach dieser einen Minute öffnen die Schülerinnen und Schüler ihre Augen und berichten von dem, was sie vor ihrem inneren Auge gesehen haben. Hat sich der Clown bewegt? Was hat er gemacht? Was konnten die Jugendlichen hören und wie haben sie sich mit ihrem Bild selbst gefühlt?


Wir sind mitten drin im spannenden Schreibprojekt Schulhausroman, das vor wenigen Tagen an der HAK-HAS Feldkirch in Zusammenarbeit mit literatur:vorarlberg netzwerk starten durfte. Damit ein Schulhausroman entstehen kann, schreibt eine ganze Klasse gemeinsam ihren ganz eigenen Roman, zu einem Thema, das sich die Jugendlichen selbst wählen. Am Ende des Projektes, für das ein Autor/eine Autorin Schülerinnen und Schüler einer Klasse über mehrere Wochen hinweg regelmäßig im Deutschunterricht zum Schreiben einlädt, steht das eigene Buch und eine öffentliche Abschlusslesung. Gedacht und initiiert wurde das Projekt vor rund 15 Jahren in der Schweiz. Dort zeichnen Richard Reich und Gerda Wurzenberger vom Jungen Literaturlabor Zürich für die Idee verantwortlich. Inzwischen hat das Projekt eine enorme geographische Reichweite und ist auch in Vorarlberg angekommen. Nach seinem Start in Feldkirch vor zwei Jahren, sind inzwischen drei Schulhausromane in Lustenau und ein weiterer im Rahmen des Literaturfestes Kleinwalsertal entstanden. Gemeinsam mit Muhammet Ali Bas, der in der Vorarlberger Literaturszene bestens als Poetry Slammer, Autor sowie Workshopleiter bekannt ist und aktuell an der Angewandten in Wien Sprachkunst studiert, schreibet die Klasse 1cs der HAK-HAS Feldkirch den siebten Vorarlberger Schulhausroman.

Heute lädt Muhammet Ali Baş die Schülerinnen und Schüler knietief ins Schreiben ein und hat dafür Stationen vorbereitet, die verschiedene Schreibanlässe anbieten. Von der Beschreibung eines Ortes, den man liebt oder hasst, mit dem man ein besonderes Erlebnis verbindet, über eine Situation, in der das Gefühl der Angst alles beherrscht hat, bis hin zur Aufgabe, sich in eine andere Person, die gerade ihren Job verloren hat oder nach zehn Jahren ihre Tochter wiedersieht, hineinzudenken. Neben den Themen hat der Autor erste Worte platziert. Sie dienen als Angebote, können von den Schülerinnen und Schülern beliebig kombiniert und als Absprung in die eigene Fiktion genutzt werden. Vier von fünf Aufgaben müssen die jungen Schreibenden wählen und bearbeiten. Für jede Aufgabe haben sie 15 Minuten Zeit.

Zunächst hält sich die Begeisterung in Grenzen, auch wenn die Themen hier und da Betroffenheit, ein kleines Lachen oder Erstaunen auslösen. Doch kurze Zeit später sind alle Schülerinnen und Schüler in ihre ausgewählten Themen eingetaucht. Konzentrierte Schreibphasen wechseln sich mit Gesprächen ab, in denen sich die Jugendlichen allein, mit dem Autor oder ihrer Klassenlehrerin über die Schreibtaufgaben austauschen. Dabei wird einmal mehr die internationale Komponente dieser Klasse hör- und spürbar. 15 Schülerinnen und Schüler mit zehn Nationalitäten und entsprechend vielen Muttersprachen sind hier Teil des engagierten Schreibprojektes. Während der Termin für die Abschlusslesung bereits auf Montag, 22. Juni 2020 um 19 Uhr im Theater am Saumarkt fixiert ist, weiß noch niemand, welche Themen und Ideen in den nächsten Wochen hier im Klassenzimmer entstehen werden, wie die Geschichte angelegt sein oder gar ihr Titel lauten wird. Doch dieses gemeinsame Unterwegssein auf einem Weg, der nicht ins Ungewisse führt, sich aber gleichsam für alle kreativen Optionen öffnet, ist vielleicht eines der stärksten Argumente des Projektes Schulhausroman.

Frauke Kühn
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